Montgomery 1955: Täglich kann und muss Familie King beobachten, wie an der Bushaltestelle vor dem Pfarrhaus Afroamerikaner schikaniert werden. Am 1. Dezember 1955 zettelt Rosa Parks den ersten Kundenboykott der US-Geschichte an, indem sie als Afroamerikanerin sich in einem Bus auf einen Platz setzt, an dem steht: „Für Weiße reserviert“. Nach 381 Tagen, in denen rund 50.000 Afroamerikaner zu Fuß gegangen waren, müssen die städtischen Verkehrsbetriebe die Rassentrennung aufgrund des Einnahmeverlusts beenden.
„Wir werden nicht zufrieden sein, bis das Recht strömt wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein mächtiger Strom“ (Amos 5,24), sagte Martin Luther King in seiner berühmten Rede „I’ve a dream“ – „Ich hab einen Traum“, die er im August 1963 vor über 200.000 Menschen in Washington hielt.
Seine Kraft und seine Inspiration entnahm er der Bibel und seinem Glauben daran, dass mit Gottes Hilfe auf dieser Welt und in seiner Gesellschaft mehr möglich ist, als der Augenschein es vorgeben mag.
„Fast immer hat eine kreative engagierte Minderheit die Welt verbessert“, wird der Theologe und Bürgerrechtler Martin Luther King zitiert, und aus der einen Bewegung zur Kampagne gegen Diskriminierung entwickelten sich viele weitere Bewegungen. So sind die Friedensbewegung und die Bewegungen zur Gleichberechtigung der Geschlechter und zum Umweltschutz auch ein Erbe Kings.
Ein Mann. Ein Marsch. Eine Rede. Ein Traum. Gemeinsam für eine Welt, in der Platz ist für alle Menschen – Menschen aller Völker, Nationen, Kulturen und Religionen. Ein Traum, der unseren Auftrag in der Welt als Christinnen und Christen ist, denn Christus hat keine Unterschiede gemacht zwischen arm und reich, privilegiert und weniger privilegiert.